Farb und Lichttherapie heilen mit Farben – Grundlagen und Wissen für Geistiges Heilen


Die so modern anmutende Farb- und Lichttherapie ist beileibe nicht neu. Viele Hochkulturen verehrten die Sonne als Quell allen Lebens. Ob bei den alten Ägyptern oder im Reich der Inka und Maya – die Heilkundigen und Priester wussten von altersher um die Heilkraft von Licht und Farben. Auch in China, Tibet, im antiken Griechenland und bei den indianischen Völkern spielten solche Heilungsrituale eine wesentliche Rolle in der Medizin. In Europa hüllte man im 14. Jahrhundert Pockenkranke in rote Tücher. Und Goethes Farbenlehre inspirierte später Rudolf Steiner, den Begründer der Anthroposophie zu eigenen Forschungen.

Die Anfänge der Lichttherapie

Die moderne Lichttherapie begann Ende 1878 mit den Arbeiten von zwei Briten. Arthur Downes und Thomas P. Blunt erforschten die Auswirkung von UV-Strahlen auf Bakterien und belegten den Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und der Produktion von Vitamin D. So erzielten sie erste Heilungserfolge bei Rachitis. Diese Ansätze baute der Arzt Niels Ryberg Finsen aus, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Dänemark ein Lichtinstitut gründete. Mehr als 2000 Tuberkulosekranke bestrahlte er mit blauem Licht und führte genauestens Protokoll über den Verlauf der Genesung. 1903 erhielt Finsen den Nobelpreis für Medizin. Zudem belegten seine Forschungsarbeiten den Zusammenhang zwischen Lichtmangel und Winterdepression.
Heliotherapie – die Heilkraft der Sonne nutzen

Schon die Römer räumten dem Sonnenbad einen hohen gesundheitlichen Stellenwert ein als das ideale Mittel „den Körper zu stärken und zu straffen die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die Abwehrkräfte zu unterstützen”, wie der römische Arzt Antyllus um 100 nach Christus schreibt. Auch Naturfreunde, Wandervögel und die Anhänger der Freikörperkultur priesen die Vorzüge und heilsame Wirkung von Sonne, Licht und Luft. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts reisten jene Tuberkulosekranken, die es sich leisten konnten, zur Kur in die Alpen. Lungenheilanstalten und Sanatorien wurden in Bergregionen gegründet, da dort die heilkräftigen UV-B-Strahlen in Höhenlagen stärker wirksam sind. Mit Entdeckung der Antibiotika geriet die Sonne als „Medikament“ gegen Tuberkulose ins Hintertreffen. Zwei Weltkriege taten ein Übriges, um die Forschungsarbeiten zur Heilwirkung von Licht in Europa erst einmal zum Stillstand zu bringen.
Phototherapie – gezielte Bestrahlung mit UV-Licht

In den USA dagegen bestrahlte Edwin Babitt noch bis in die 1920er Jahre mehr als 30.000 Neugeborene mit einer starken Form von Gelbsucht erfolgreich mit kurzwelligem, blauem Licht. Das Verfahren wurde später von vielen Kliniken übernommen und hat sich bis heute bewährt. Diese Art der Phototherapie nutzt im Gegensatz zur Heliotherapie künstliche Lichtquellen, zum Beispiel Weißlichtlampen oder UV-Strahler, wie dies schon die Pioniere Downes, Blunt und Finsen taten.
Farbtherapie – die Frequenzen des Regenbogens

Die moderne Licht-und Farbtherapie geht zurück auf den indischen Arzt Dinshah P. Ghadiali (1873 bis 1966). Dieser bezog sich auf die deutschen Chemiker Kirchhoff, Bunsen und Fraunhofer, die mit Hilfe der von ihnen entwickelten Spektralanalyse schon 1859 entdeckt hatten, dass alle chemischen Elemente Farbfrequenzen aufweisen. Ghadialis Arbeit beschrieb wie diese Schwingungen in den Zellen und Organen des menschlichen Körpers Resonanzen erzeugen. Er erweiterte die klassische Lichttherapie durch ein ausgeklügeltes Farblicht-Therapiesystem, das er in seinem Buch „Es werde Licht“ vorstellte. Mittlerweile bestätigte die Biophotonenforschung seine Erkenntnisse.
Anwendungen in der Medizin

Im Gegensatz zu speziellen Therapien wie Farbpunktur, Farbmeridiantherapie und Aura-Soma, sind Phototherapie und Heliotherapie mittlerweile von der Schulmedizin anerkannt. Bestrahlungen werden meist im Rahmen von Kur- und Reha-Maßnahmen verordnet, zum Beispiel gegen Neurodermitis oder Schuppenflechte. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Wer sich selbst behandeln möchte, dem steht eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung. Kostenlos und jederzeit machbar sind regelmäßige Spaziergänge im Freien. Denn in Mitteleuropa ist die Sonnenstrahlung selbst an einem trüben Novembertag stark genug um vor Winterdepression und Rachitis zu schützen.
Praktische Anwendungen für Zuhause

1. Farben visualisieren
2. Farbige Lichtquellen nutzen
3. Farbige Kleidung tragen
4. Farben essen oder trinken

Frei von Nebenwirkungen – und oft erstaunlich wirkungsvoll – sind Konzentrationsübungen, bei denen man Licht und Farben visualisiert. Möchte man es bequemer und intensiver haben, so kann man sich natürlich auch vor eine Lampe setzen und/oder sich mit der gewünschten Farbe bestrahlen. Im Fachhandel gibt es Leuchtstoffröhren, die das volle Tageslichtspektrum aussenden – mit und ohne Farbfilter. Es ist ratsam, das entsprechende Gerät vorher auszuprobieren und nicht am Preis zu sparen. Denn Billigprodukte sind nicht nur nutzlos, sondern können unerwünschte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Schwindelgefühle erzeugen. Nicht ganz gefahrlos ist heute leider auch das Sonnenbaden. Dennoch ist die heilsame Kraft der Sonne unumstritten. Auch hier gilt nach Paracelsus: die Dosis macht das Gift. In Zeiten des Ozonlochs ist natürlich ausreichender Sonnenschutz vor allem für Kinder wichtiger denn je.

In jüngster Zeit wiesen Forschungen die Bedeutung der Farben unserer Nahrungsmittel für eine ausgewogene Ernährung nach. Vitamine und andere Vitalstoffe sind in ihrer natürlichen Form an bestimmte Farbstoffe gebunden, bestes Beispiel ist sicher das Provitamin A (Beta-Carotin), das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Bei synthetisch erzeugten Nahrungsergänzungsmitteln fehlt oft die Farbkomponente, was sie weniger wirksam macht. Man kann Farben sogar trinken indem man Quellwasser entweder mit einer entsprechenden Lichtquelle bestrahlt oder mit einem Edelstein der Wahl “energetisiert”.

Doch egal, ob man sich in ein farbiges Zimmer setzt, die gewünschte Farbe isst, auf der Haut trägt, oder sich nur intensiv vorstellt, die Wirkungsweise ist stets dieselbe: Licht trifft über den Sehnerv direkt auf bestimmte Zentren der Netzhaut, die mit dem Hypothalamus verbunden sind. Dieser steuert über die Hypophyse das Zusammenspiel aller Drüsen und regelt somit die Hormonausschüttung. Die wiederum beeinflusst die Tätigkeit unserer Organe ebenso wie die Aktivitäten unseres vegetativen Nervensystems.

 

Alternative Heilweisen – Geistheilung mit Licht

Wenn ein Kind mit Neugeborenen-Gelbsucht auf die Welt kommt, gehen in den Geburtskliniken erst einmal die Lichter an. Die Kleinen werden dann, mit nichts als einer Windel bekleidet und einer Binde vor den Augen, unter eine blaue Phototherapielampe gelegt, die ihre Haut bestrahlt. Hyperbilirubinämie, so der wissenschaftliche Ausdruck für die Störung, tritt bei über 60 Prozent aller Frühgeborenen auf. Sie ist auf einen gelben Stoff namens Bilirubin zurückzuführen, der sich in der Haut und im Körpergewebe sammelt und die Haut gelb färbt. Der kindliche Organismus tut sich schwer, sich von dieser giftigen Substanz zu befreien.

Das blaue Licht jedoch zerlegt sie binnen weniger Tage in harmlose Bestandteile, die dann vom Körper ohne weiteres ausgeschieden werden. Die erstaunliche Wirkkraft von Licht und Farben: Seit Jahrzehnten fasziniert sie die Wissenschaft. Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen mit Längen von 350 bis 750 Nanometern. Treten zum Beispiel alle Wellenlängen des sichtbaren Spektralbereiches mit ähnlicher Intensität auf, entsteht weißes Licht. Und das lässt sich therapeutisch nutzen. „Wir wissen noch nicht ganz exakt, wie Licht auf den Organismus wirkt und warum es bestimmte Erkrankungen heilen kann“, sagt Prof. Dr. Jürgen Zulley, Leiter des schlafmedizinischen Zentrums und Leitender Psychologe der Psychiatrischen Universitätsklinik Regensburg. Doch dass Licht wirkt, lässt sich inzwischen in vielen Studien belegen. So regt der helle Schein die Vitamin-D-Bildung in unserer Haut an.

Das verhindert Rachitis und Osteoporose. Lichtbehandlungen gegen Schuppenflechte und Neurodermitis gehören in vielen Krankenhäusern schon längst zum Standard, wie zum Beispiel im Akademischen Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg-Mannheim.

Rotgrün gegen Hautkrebs
Sogar bei zwei verbreiteten Hautkrebsformen – der Vor- und Frühstufe des verhornenden Plattenepithelkarzinoms und oberflächigem Hautkrebs (Basalzellkarzinom) – kann eine spezielle Bestrahlung mit grünem und rotem Licht helfen. Zuvor tragen die Mediziner eine Farbstoff-ähnliche Substanz auf die Haut auf, die mit dem Licht reagiert. Das seit einigen Jahren eingesetzte phototherapeutische Verfahren – zum Beispiel am Klinikum der Universität München und an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität – zerstört nur die Tumorzellen, lässt aber gesunde Zellen intakt.

Erste internationale Studien gibt es dazu bereits. Sie sprechen von einer Heilungsrate von 70 bis 90 Prozent. Als wissenschaftlich gesichert gilt die Heilwirkung des Lichts bei diversen Formen der Melancholie. Dass regelmäßige Bestrahlung so genannte saisonale Depressionen heilen kann, die in lichtarmen Jahreszeiten auftreten, wissen Forscher schon seit Jahren. So zeigten Studien an der Universität Basel erstaunliche Erfolge: Bei 70 Prozent der Patienten verschwanden die Symptome der Winterdepression nach wenigen Tagen, wenn sie täglich eine Stunde lang hellem Licht (mehr als 2500 Lux) ausgesetzt waren.

Neu ist: Licht hilft auch bei herkömmlichen Depressionen. So wurden Patienten in Kopenhagen und Mailand viel schneller gesund, wenn sie mit einer Kombination aus Licht und Medikamenten behandelt wurden, als mit Pillen allein. In Basel läuft derzeit eine Studie zu Lichttherapie bei Schwangerschaftsdepressionen. „Es zeichnet sich ab, dass sie sich mit der Kraft des Lichts heilen lassen“, sagt die Baseler Chronobiologin Anna Wirz-Justice.

Auch gegen Ess-Störungen scheint Leuchtkraft zu wirken, legen Studien in den USA nahe. Wenn also Licht heilt, müsste dies dann nicht auch mit einzelnen Farben funktionieren? Für Farbtherapeuten eine logische Schlussfolgerung: Sie behandeln ihre Patienten mit allen Tönen des Spektrums, lassen Blau auf Migräniker, Bluthochdruckpatienten oder Arthrose-Leidende scheinen, Grün auf Asthmatiker und Herzkranke und Rot auf Menschen mit Blasenentzündung.

Kein Krankheitsbild, bei dem die Farben nicht helfen, glauben Farbtherapeuten. Manche von ihnen gehen sogar so weit zu behaupten, dass alleine das Betrachten einer Farbe zur Heilung diverser Zipperlein beitragen könne. Licht-Forscher Zulley empfindet solche Ansätze allerdings als „eher randständig“.

Tatsächlich ist die reine Heilweise der Farben bislang nur wenig belegt. Zu einer der seltenen und spektakulären Untersuchungen, die die Macht von Farben und Licht nachwiesen, gehört die des dänischen Arztes Niels Ryberg Finsen.

Er behandelte Hauttuberkulose erfolgreich mit Blaulicht und erhielt für seine bahnbrechenden Arbeiten über Licht- und Farbwirkungen 1903 den Nobelpreis. Viele weitere Experimente legen nahe, dass Bunt tatsächlich gesund ist. So geben Kühe in blau gestrichenen Ställen mehr Milch als ihre Artgenossinnen in den üblichen düsteren Unterkünften.

US-Studien zeigten, dass Gefängniszellen, die in Kaugummirosa gestrichen wurden, auf die Gefangenen beruhigend wirkten. Einigen Quellen zufolge ging die Muskelkraft der Häftlinge binnen weniger Sekunden deutlich zurück – während anderen Studien nach rotes Licht die Muskelkraft deutlich steigert.

Solche Untersuchungen lassen vermuten, dass spezifische Farben nicht nur Stimmung und Leistung beeinflussen, sondern auch Körperfunktionen. Allerdings: Handfeste Beweise fehlen noch.

Gelbe Unterhosen gegen Stress
Dennoch: Selbst gestandene Mediziner experimentieren mit teils verblüffenden Erfolgen mit farbigem Licht, zum Beispiel der Freiburger Internist Dr. Bodo Köhler, der zudem in der ganzen Bundesrepublik Kollegen in der Kunst der Farbtherapie ausbildet. Durch die schiere Wirkung der Farben kämen Zellstoffwechsel und Heilungsprozesse in Gang, teilweise würden chronische Leiden von Bluthochdruck bis Magendrücken und Migräne sogar verschwinden, glaubt der Arzt. Seine Patienten heilt er mit einer Mischung aus klassischer Schul- und Farbmedizin. „Durch die Beschäftigung mit Farbe bekommen Patienten einen anderen Zugang zu ihrem Leiden, setzen sich dann vielleicht auch mit den psychischen Gründen ihrer Erkrankung auseinander“, ist Dr. Köhler überzeugt.

Auch Christa Muths, deutsche Farbtherapeutin mit Sitz im britischen Southampton, setzt auf die Kraft der starken Töne. „Unser Körper braucht Farben aus dem ganzen Spektrum. Fehlt eine, gerät der Organismus in Disharmonie.“ Weswegen die Therapeutin gestressten Managern schon mal rät, unterm Nadelstreifenanzug knallgelbe Unterhosen zu tragen, um die Stimmung anzuheben.

„Ob Farbe alleine heilt, lässt sich nicht sagen“, so Muths. „In jedem Fall unterstützt sie den Gesundungsprozess.“ Eine unaufwendige Heilmethode: eine Kaltstrahl-Lampe, die mit bunter Folie abgeklebt wird, oder ein paar farbige Glühbirnen genügen. „Teure Speziallampen, wie sie vielen Leuten angedreht werden, sind in keinem Fall nötig“, sagt Muths. Sie rät allen Menschen Mut zur Farbe zu haben. Wenn sie nicht unmittelbar heilt, bringt sie zumindest gute Laune. Und die allein kurbelt ja schon die Immunabwehr an.

Die Farben in der Gesellschaft

Farbe ist faszinierend. Namhafte Künstler und Wissenschaftler wie Leonardo da Vinci (1452–1519), Sir Isaac Newton (1643–1727) oder Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) erkundeten das Phänomen. Die vorherrschenden Farben in einem Land spiegeln sich auch im Farbgeschmack der Bevölkerung. Kommen Sie mit auf eine Reise durch die bunte Welt. Erfahren Sie, wofür Farben in verschiedenen Kulturen stehen.

BLAU
Die Lieblingsfarbe der Deutschen steht für Weite, Ruhe, Vertrauen und Sehnsucht. Blau ist die Farbe des Meeres und des Himmels. Harald Braem weiß, warum es immer beliebter wird: „Die Menschen haben die Nase voll von der Geschwindigkeit. Sie wollen Lebensqualität. Im Gegensatz zum plötzlichen, laut und gewaltsam ausbrechenden Rot des Feuers wirkt Blau beruhigend, sanft und kühl.“

Es ist seit jeher in allen Kulturkreisen die Farbe des Geistes, des Himmels und der Götter. Die Gottesmutter Maria verkörpert in ihrem blauen Mantel Ruhe und Innerlichkeit, Treue und Tradition. Ägypter tragen blauen Schmuck wegen seiner Heilwirkung. In südlichen Ländern werden Türen und Fenster blau gestrichen, um auf diese Weise die guten Geister und Götter anzulocken.

GRÜN
Es beruhigt und symbolisiert Großzügigkeit, Hoffnung und die Erneuerung des Lebens. Grün steht aber auch für Neid, Gleichgültigkeit und Müdigkeit. Es findet sich in den Nationalfahnen der meisten Wüstenstaaten, denn das Überleben in den Weiten der endlosen Sanddünen ist nur gesichert, wenn man rechtzeitig eine grüne Oase erreicht.

Auch die Deutschen wissen die Macht des Grüns zu schätzen. Im Winter ist es bei uns Sitte, einen immergrünen Weihnachtsbaum als Zeichen des ewigen Lebens in die Wohnung zu holen. Das war auch schon in vorchristlicher, heidnischer Zeit so.

ROT
Die Farbe des Blutes und des Feuers steht für Liebe und Leidenschaft, Vitalität, Energie, Wärme und Leistungsfähigkeit. Wer Rot trägt, erregt Aufmerksamkeit. Die Farbe verkörpert auch Wut, Zorn und Brutalität, sie kann aggressiv und aufwühlend wirken.

Im alten Ägypten war Rot so kostbar, dass sich nur die Töchter der Pharaonen damit schmücken konnten. Um ein wenig Purpurrot zu gewinnen, mussten Sklaven Tausende von Purpurschnecken zerstampfen und zu einem Sud zerkochen. In China steht Rot heute noch für Glück und Reichtum. Die Braut wird in einem roten Brautkleid und einer roten Sänfte zur Hochzeitsfeier getragen. Wird ein Kind geboren, überbringen die Nachbarn rote Eier als Zeichen für Glück und Wohlergehen.

SCHWARZ
Wer an diese Farbe denkt, bringt sie zwangsläufig mit Tod und Trauer in Verbindung. Aber auch mit Macht, Ehrgeiz und Ernst. In psychologischen Tests steht Schwarz für Angst und Zaghaftigkeit. Es ist aber auch eine der beliebtesten Farben der Modewelt.

In den meisten Kulturen drückt Schwarz Vergänglichkeit und Abschiednehmen aus. Farbtheoretiker bezeichnen Schwarz – aber auch Weiß und Grau – nicht als Farbe. Der Grund: Schwarz kann nicht wie bunte Farben mit Hilfe der Sehzäpfchen im Auge wahrgenommen werden, sondern die Sehstäbchen, die für die Hell-Dunkel-Unterscheidung da sind, erfassen Schwarz, Weiß und Grau. Außerdem gehören die drei nicht zu den Spektralfarben.

GELB
Schon Goethe sagte in seiner Farbenlehre: „So ist es der Erfahrung gemäß, dass das Gelbe einen durchaus warmen und behaglichen Eindruck mache. Das Auge wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüt erheitert, eine unmittelbare Wärme scheint uns anzuwehen.“ Die Wissenschaft stimmt dem alten Dichter und Denker durchaus zu. Gelb ist die Farbe der Sonne und vermittelt Heiterkeit und Freude.

Sie steht auch für Wissen, Weisheit,
Vernunft und Logik. Schmutzige grünstichige Gelbtöne dagegen werden mit Egoismus, Verlogenheit, Geiz und Neid in Verbindung gebracht. Die meisten Religionen schreiben der Sonne und damit auch dem reinen Gelb eine zentrale Bedeutung zu und verehren sie als Leben spendende Gottheit. Für die Chinesen ist Gelb die Farbe der Glückseligkeit. Denn Nordchina wird ständig mit dem gelben Staub der Wüste Gobi überzogen, der den Ackerboden fruchtbar macht.

ORANGE
Es ist die Farbe der untergehenden Sonne. Die Mischung aus Rot und Gelb bringt Optimismus und Lebensfreude. Orange signalisiert Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude und Selbstvertrauen. Im Buddhismus steht es für die höchste Stufe der menschlichen Erleuchtung. Deshalb tragen die Mönche diese Farbe.

In der Karibik symbolisiert Orange Fröhlichkeit, Körperbezogenheit und Offenheit anderen gegenüber.

Buntes Essen ist Gesund

Warum ist Gemüse bunt? Damit es nicht nur schön, sondern auch gesund ist. Verantwortlich für die leuchtenden Farben von Obst und Gemüse sind die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, von denen es schätzungsweise zwischen 60.000 und 100.000 verschiedene Sorten gibt.

Lange Zeit glaubte man, dass diese Stoffe, die für die Pflanze auch als Abwehrschutz gegen Schädlinge dienen, keine Bedeutung für den Menschen haben. Doch in den vergangenen Jahren kommen zahlreiche Studien zu dem Ergebnis, dass sekundäre Pflanzenstoffe im Körper vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen hervorrufen. So entdeckten die Forscher, dass sie so genannte freie Radikale einfangen und unschädlich machen.

Auf diese Weise schützen sie vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre Wirkung entfalten sekundäre Pflanzenstoffe hauptsächlich in ihrem natürlichen Verbund, das heißt: als Obst und Gemüse und nicht in Vitaminpräparaten oder angereicherten Lebensmitteln wie Wellnessgetränken oder Müsliriegeln. Mit nur einer einzigen Ernährungsregel sind Sie und Ihre Familie optimal mit sekundären Pflanzenstoffen, aber auch mit sonstigen Vitaminen und bioaktiven Substanzen, versorgt: Rot, gelb, grün – Gemüse und Obst in den Ampelfarben am besten fünfmal am Tag. Abwechselnd roh und gekocht essen, einfacher geht es nicht. Und lecker schmeckt’s auch. Hier einige besonders gesunde Bunte:

Rote Paprika, Tomaten und Trauben
Bei leuchtendem Rot ist sofort klar: Hier sind Flavonoide am Werk. Je kräftiger die Farbe, desto mehr dieser Stoffe sind enthalten. Diese Pflanzenfarbstoffe, die zum Beispiel in Tomaten und Paprika stecken, fangen im Körper freie Radikale und schützen so vor Krebs. Doch Flavonoide können noch mehr. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Indem sie verhindern, dass die Blutplättchen zusammenklumpen und die Arterien verstopfen, bieten sie eine ideale Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall.

Im Rotwein steckt nicht nur Wahrheit, sondern auch Gesundheit. Anthocyane, die zu den violett färbenden Flavonoiden gehören, verhindern, dass sich schädliches LDL-Cholesterin in den Arterien ablagern kann und diese „verkalken“. Ab und zu ein kleines Glas Rotwein dürfen sich Erwachsene daher genehmigen.

Auch in Tomaten ist ein Karotinoid mit Namen Lycopen für die Farbe verantwortlich. Forscher stellten fest, dass dieser Stoff vor Prostatakrebs schützen kann. Lycopen steckt auch in Tomatensaucen. Also bitte nicht meckern, wenn Ihre Kids das Mittagessen mit einem Schuss Ketchup verfeinern wollen.

Karotten und Aprikosen
Gelbe und orangefarbene Früchte und Gemüse verdanken ihre Färbung den Karotinoiden. Etwa 6.000 verschiedene Arten sind bekannt, am besten erforscht ist das Betacaroten, das unser Organismus in Vitamin A umwandeln kann. Betacaroten hemmt im Körper sauerstoffhaltige und zellschädigende freie Radikale und schützt uns so vor Krebs. Es gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Daher sollten Sie bei der Zubereitung stets etwas hochwertiges Öl zum Gemüse geben.

Brokkoli, Kohl, Spinat
Grünes auf dem Teller ist gesund. Für die Farbe von grünem Obst und Gemüse ist Chlorophyll verantwortlich. Mit seiner Hilfe stellen Pf lanzen aus Sonnenlicht Kohlenhydrate her. Auch Chlorophyll kann zahlreichen Krankheiten vorbeugen. Besonders Brokkoli gilt als das Anti- Krebs-Gemüse unter den Grünlingen.

Sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Glucosinolate zählen, verhindern und bremsen das Wachstum von Tumorzellen. Sie binden Giftstoffe und sorgen für die rasche Entsorgung aus dem Körper. Eine Untergruppe der Glucosinolate, die Indole, schützen vor hormonbedingten Krebsarten wie Brust- und Gebärmutterkrebs.

Brokkoli ist das bisher am besten untersuchte Kohlgemüse. Dennoch gehen Ernährungswissenschaftler davon aus, dass sich seine gesundheitsfördernden Effekte auch auf andere Kohlarten wie beispielsweise Weißkohl und Wirsing übertragen lassen.


Die Psychologie der Farben – was sagen die Farben über unseren Charakter aus

Ein Blick auf die Straße: Vor einem Werbeplakat mit einer lila Kuh wartet eine Frau. Ihre Lippen locken in Gute-Laune-Pink, die Augenlider in Himmelblau. Ihr Pulli strahlt violett wie ein Lavendelfeld. Da kommt ein kanariengelber Mini um die Ecke. Die Frau steigt ein und verschwindet. Die lila Kuh bleibt.

Und unsere Augen? Die staunen. Bunt ist die Welt. Und sie wird immer bunter. Eine Herausforderung für die Augen. 83 Prozent der Sinneseindrücke empfangen wir über den Sehnerv. Unsere Ohren nehmen lediglich 11 Prozent wahr, die Nase 3,5 Prozent. Tasten macht 1,5 aus und Schmecken nur 1 Prozent.

Kein Wunder, dass Farben im Leben eine große Rolle spielen. Achten Sie doch mal darauf: Wieso fühlen Sie sich so gut, wenn Sie in die blauen Wellen des Meeres schauen? Warum greifen Sie so oft zu Ihrem knallig roten Pulli? Oder wieso finden Sie es in dem gelb gestrichenen Zimmer Ihres Kindes so gemütlich? „Farben beeinflussen die Stimmung massiv“, weiß Harald Braem, Farbpsychologe, Werbefachmann und Professor an der Fachhochschule Wiesbaden. Kinder könnten durch das bewusste Einsetzen von Farben sogar in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Weil sie nach Ordnung, Orientierung und klaren Strukturen suchen, bevorzugen sie meist klare und reine Farbtöne.

Rot, Grün, Gelb, Blau – Augen allein reichen nicht aus, um die Farben zu sehen. „Nachts sind alle Katzen grau“, lautet ein altes Sprichwort. Licht muss her, damit die geheimen Verführer sichtbar werden. Der Sinneseindruck Farbe entsteht beim Menschen, wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge oder eines Wellenlängengemisches auf die Netzhaut des
Auges fällt. Nehmen wir ein rotes Kissen. Der Stoff saugt einen Teil des Lichts auf, das auf ihn strahlt. Das Restlicht wird als Farbreiz in unsere Augen reflektiert. Für jeden Bildpunkt auf der Netzhaut entsteht ein elektrischer Code, der über die Nervenbahnen ins Gehirn geschickt wird. Aus diesen farblosen Daten baut sich im Kopf das Bild von dem roten Kissen auf.

Jede Wellenlänge entspricht einer Farbe des Regenbogens. Dunkles Rot hat eine Wellenlänge von 750 Nanometern, das Dunkelviolett am anderen Ende der Skala 390. Kurze und lange Wellenlängen nehmen wir unterschiedlich schnell über die Netzhaut der Augen wahr. Rot erkennen wir schon in 0,02 Sekunden, bei Blau dauert es dreimal länger. Deshalb sind Warnungen und Verbote fast immer rot.

Harald Braem sagt, Farben prägen das Denken, Fühlen und Handeln. Sie können Herzschlag, Puls und Blutdruck beeinflussen und Hitze, Kälte, Hunger, Durst, Ruhe oder Angst erzeugen. Er und andere Wissenschaftler haben zahlreiche Experimente durchgeführt, um herauszufinden, wie Farben wirken.

Beispiel 1: Braem berichtet von einem Versuch, bei dem Testpersonen Kaffee aus drei verschiedenen Kannen tranken. Sie beurteilten den Kaffee aus der blauen Kanne als mild, den aus der braunen als stark und den aus der roten als aromatisch. In allen Kannen war derselbe Kaffee.

Beispiel 2: Amerikanische Psychologen ließen das Gewicht gleich schwerer, aber verschiedenfarbiger Kisten schätzen. Das Ergebnis: Nur die weiße Packung wurde auf das tatsächliche Gewicht von drei Pfund geschätzt. Die anderen Kisten fühlten sich für die Testpersonen schwerer an. Gelb schätzten sie auf 3,5 Pfund, Grün auf 4,1 Pfund, Blau auf 4,7 Pfund und Rot auf 4,9 Pfund. Das vermutete Gewicht der schwarzen Kiste (5,8 Pfund) hatte sich fast verdoppelt.

Beispiel 3: Die Farbe in einem Raum wirkt sich auf unser Kälte- und Wärmeempfinden aus. Kaum zu glauben: In einem blaugrün gestrichenen Raum, so Harald Braem, ist einem schon bei 15 Grad Celsius richtig kalt, in einem orangefarbenen erst bei 2 Grad.

Dass Farbwahrnehmung objektiv und universal ist, fand der Schweizer Psychologe Professor Max Lüscher schon vor über 50 Jahren heraus. Und: Unsere Sympathie für eine Farbe ist subjektiv. „Mag jemand Gelb, der andere aber nicht, heißt das nicht, dass die Farbe auf beide unterschiedlich wirkt, sondern dass wir die Farben unterschiedlich beurteilen“, erläutert Harald Braem. „Der eine mag das belebende Gelb, der andere die entspannende Wirkung des Grüns.“

An dieser Stelle setzte Lüschers Forschung an. Er fand heraus, dass die Farben, die ein Mensch bevorzugt oder ablehnt, viel über ihn aussagen. Um Charaktere zu deuten, entwickelte er einen Farbtest, der heute noch eingesetzt wird. Vorgegebene Farben müssen hier von der Lieblingsfarbe bis zur am wenigsten gemochten geordnet werden. Aufgrund der Reihenfolge schließen Psychologen auf Lebenseinstellung, Willenskraft, Denkstrukturen und die Gefühle und Bedürfnisse des Menschen.

Eine Persönlichkeit anhand von Lieblingsfarben zu analysieren ist umstritten. Sowohl die Lüscher-Diagnostik als auch modernere Farbtests werden von der wissenschaftlichen Psychologie daher nicht anerkannt. Der Grund: Es gibt viel mehr Lebensprobleme,
Charaktereigenschaften und Gefühle als Farben. „Dennoch sagen die Tests einiges über Menschen aus“, ist sich Experte Harald Braem sicher.

Häufig verrät unsere Sprache, was wir über einzelne Farben denken und was sie für uns bedeuten: Wer „gelb vor Neid“ wird, kann schnell „rotsehen“. Dann wird es aber auch höchste Zeit, wieder in den „grünen Bereich“ zu kommen. Helfen kann vielleicht eine „Fahrt ins Blaue“. Und schon sieht man das Leben wieder durch die „rosarote Brille“.

Geistiges Heilen mit Farben

Heilen mit Farben

Bei der wissenschaftlichen Anwendung von Farben auf den Körper führen wir eine natürliche Energie zu , die unseren Körper befähigt, Abfallstoffe und Stauungen auszuscheiden. Gleichzeitig können Farben tatsächlich jeden Schaden ausgleichen, der durch Verletzungen oder Krankheit entstanden ist.  Die wissenschaftliche Anwendung von Farben ist eine der grossen natürlichen Heilquellen.  In der Tat ist die göttliche Wissenschaft des Farbenheilens ein Wunder an Einfachheit. Sie ist weder eine fixe Idee noch eine Illusion. Sie arbeitet mit den natürlichen Kräften höherer Schwingungen über die Quelle aller Energie – das Licht.
Diese Heilmethode wurde schon im alten Ägypten angewandt. In Heiltempeln, die in eine bestimmte Form gebaut waren, so dass die Sonne hineinscheinen konnte. Die zu Heilenden wurden in weiche Baumwolltücher, die in eine bestimmte Heilfarbe eingefärbt waren eingehüllt und in die Sonne gelegt. Heute können wir farbige Glühbirnen verwenden, farbiges Wasser, Farben visualisieren, farbige Tücher., Auch sollten wir auf die Farben unserer Nahrung, Kleidung und in unserer Wohnung achten.

Die Grundfarben aus denen alle anderen färben entstehen sind nach Goethes Farblehre

Grundfarben: Rot, Gelb und Blau
Mischfarben erster Ordnung : Rot und Gelb = Orange
Gelb und Blau = Grün Blau und Rot = Violett
Aus diesen Farben entstehen alle weiteren Farben.
Warme Farben: Grün, Gelb, Orange Rot
Kalte Farben: Grün, Blau, Violett Rot.

Rot und Grün können warme oder auch kalte Farben sein je nach
ihrer Mischung.

Grün mit erhöhtem Gelbanteil wirkt warm, während Grün mit erhöhtem

Blauanteil kalt wirkt. Ähnlich ist es Rot. Rot mit erhöhtem
Orangeanteil wirkt warm, hat es jedoch einen erhöhten
Violettanteil, wirkt es kalt.

Den sieben Farben des Regenbogens entsprechen die sieben Strahlen, in die jeweils die folgenden Bereiche fallen:

1. Rot: Macht Autorität, Regierung, Politik, Verwaltung

2. Orange: Konkretes Wissen, Forschung, Schärfe des Denkens.

3. Gelb: Intelligenz, Wirtschaft, Industrie, Geld.

4. Grün: Harmonie durch Konflikt, die Kunst des Lebens, künstlerische Kreativität im weitesten Sinne.

5. Blau: Hingabe, Idealismus, Vertrauen, Glauben, Verehrung, Respekt

6. Indigo: Liebe Weisheit, Lehren, wahre Kultur, wahre Religion, Heilen.

7. Violett: Zeremonie, Organisation, Rituale, Magie, Prunk und Pomp.

Jede der sieben Regenbogenfarben hat ausserdem sieben spezifische Eigenschaften Element:

1. Ein physikalisches oder materielles Element.
2. Ein psychologisches Element.
3. Ein harmonisierendes Element.
4. Ein vitales, kraftspendendes Element (Lebenskraft).
5 Ein heilendes Element.
6. Ein intuitives und anregendes Element.
7. Ein spirituelles Element einer höheren Bewusstseinsstufe.

Die sieben Regenbenbogenfarben spiegeln aber nur die Oktave der sichtbaren Farben wieder. An jedem Ende dieses Spektrums befinden sich verschiedene Oktaven höhere, feinerer Farbstrahlungen und Röntgenstrahlungen.