Die Geschichte und Entwicklung des geistigen Heilens – ein Überblick der Geistheilung


In allen alten Kulturen finden sich Hinweise auf geistige Heilweisen und bereits auf Höhlenmalereien der Sumerer, die mehr als 4000 Jahre alt sind, sehen wir Darstellungen
von Heilungsritualen, bei denen z. B. Handauflegen eine Rolle spielt.

Heute können wir vor allem die schamanistische Tradition am weitesten zurückverfolgen. Schamanen beziehen die Energien der Naturelemente stark in ihre Arbeit ein. Sie arbeiten
mit Naturgeistern, heilenden Geistern und den Energien von Plätzen und Orten. Der Schamane versetzt sich für seine Arbeit in einen Trancezustand, den er je nach Kulturkreis auf ganz unterschiedliche Weise herbeiführt. In diesem veränderten  Bewußtseinszustand ist der Schamane in der Lage, Informationen zu erhalten, die der Heilung und Wiederherstellung des Kranken dienen. Bei der Arbeit der Schamanen wird auch Besetzungen und Umsessenheit eine wichtige Bedeutung zuerkannt. In diesem Bereich enthält die Arbeit eines Schamanen auch viele Elemente eines Exorzismus.  In Westeuropa gibt es nur wenige Überlieferungen zum Schamanismus.

Da die keltischen Druiden ihre Lehre nur immer mündlich weitergaben gibt es kaum Aufzeichnungen über alte Rituale. Die Inquisition hat in Westeuropa ein Übriges getan, so dass heute nur noch wenig Wissen schriftlich überliefert ist. Eine Ausnahme zeigt sich in Osteuropa, vor allem in den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion. Hier wurde das alte Heilwissen überliefert und das Fehlen einer Verfolgungszeit wie in der Inquisition hat das Überleben der alten Heilweisen begünstigt.  Auch in Asien haben sich viele alte Heiltraditionen gehalten und sind uns heute noch zugänglich.

In der buddhistischen Tradition ist der Priester auch heute noch Heiler und in den Klöstern wird der Medizinbuddha gelehrt. Hier wurde das Amt des Priesters nie von dem des Heilers getrennt. Heilen hat schließlich dieselbe Sprachwurzel wie heilig. Aus Indien ist uns die Lehre von den Energiezentren überliefert und das Wissen um die Möglichkeit, Lebensenergie (Chi, Prana) weiterzuleiten.

Den Priesterarzt finden wir auch im alten Ägypten und im alten Griechenland. Hier gingen Kranke zur Behandlung in den Tempel. In der Antike bestand Einigkeit über die Vorstellung, daß der Mensch eine untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist ist. Heilung ist deshalb nicht möglich, wenn nur einer dieser Teile behandelt wird, sondern nur in der übergreifenden Behandlung des ganzen Menschen.

In all diesen Systemen finden wir die Anwendung von Medikamenten neben dem Einsatz von energetischen Heilmitteln wie Farben, Klängen, Edelsteinen und Heilritualen. In den Anfängen der christlichen Ära finden wir die Heilweisen der Essener und die der frühen Heiler des Gnostischen Christentums. Heilen ist eine der charismatischen Gaben und es gibt Menschen die diese Gaben verliehen bekommen. Heilen wird im frühen Christentum zu einer Auszeichnung durch den Heiligen Geist. Aber Heilung ist auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Religion getrennt.

Die Entstehung der modernen Wissenschaften und der Rückgang des Glaubens an die Magie im Bewusstsein der Menschen hatte auch Auswirkungen auf die Heilweisen. Mehr und mehr entsteht ein wissenschaftlich geprägtes Bild vom Körper des Menschen und ein mehr mechanistisch geprägtes Verständnis von der Entstehung und Heilung der Krankheiten. Die Kirche verliert mit der Trennung von Körper und Seele ihre Bedeutung für das Heilen und die Krankensalbung der frühen christlichen Zeit verkommt zur „Letzten Ölung”, dem Sterbesakrament.

Durch die Geschichte des Heilens ziehen sich aber wie ein roter Faden Berichte über einzelne Menschen, die über außergewöhnliche Heilungsgaben verfügten und Berichte
über Orte an denen Heilungen stattfinden; Plätze, an denen z. B. Marienerscheinungen stattfanden oder heute noch stattfinden oder an denen Reliquien aufbewahrt werden. Und
es gibt Plätze, an denen besondere kosmische Kräfte zu wirken scheinen. Viele der christlichen Kirchen stehen an Plätzen, an denen sich früher heidnische Kultplätze und Heiligtümer befanden und die als Kraftplätze Zugang zu besonderen heilenden Energien ermöglichen.  Während die moderne Medizin ihren Siegeszug antritt, gerät der Gedanke der Einheit des Menschen in den Hintergrund. Medikamente und moderne Behandlungsmethoden ersetzen den Einfluß und die Arbeit des Priesterheilers.

Aus dieser Trennung heraus gerät aber der Geist des Menschen nach und nach wieder ins Bewusstsein der Forschung und aus dem Versuch, die Funktionsweise des Geistes und seine Gesetzmäßigkeiten zu entschlüsseln, entstehen die moderne Psychiatrie und die Psychologie. Die Auseinandersetzung mit dem Einfluß des Geistes auf Gesundheit und Krankheit führt zu einem neuen Verständnis von Heilung und ruft eine neue Heilerbewegung ins Leben.  Was über Jahrhunderte verdeckt als Wissen der Geheimgesellschaften nur an Eingeweihte weitergegeben wurde, dringt mit dem Beginn dieses Jahrhunderts zunehmend wieder an die Öffentlichkeit.

Unterschiedliche geistige Ausrichtungen fördern ihr Wissen darüber zutage, wie der Geist zu Heilung des Körpers eingesetzt werden kann. Theosophie, Anthroposophie, Freimaurer und Rosenkreuzer tragen ihr Wissen über die Gesetzmäßigkeiten teilweise oder ganz an die Öffentlichkeit und ermöglichen dadurch interessierten Menschen diese Gesetze zu erlernen und anzuwenden.

In den USA entsteht „Christian Science”, die Bewegung der christlichen Wissenschaft, in England ist es das „Spiritual Movement”, die spiritualistische Bewegung, die das geistige
Heilen als wichtigen Bestandteil ihrer Lehre sieht und es fördert. In England, wo die spiritualistische Bewegung mehr Bedeutung hat als auf dem Kontinent, entstehen nach
dem zweiten Weltkrieg die ersten Bemühungen Geistiges Heilen als Heilmethode anzuerkennen.

Harry Edwards, einer der bedeutendsten Heiler Englands gründet 1955 die NFSH, die National Federation of Spiritual Healers und tritt mit dieser Gruppierung von Heilern den
Weg durch die Instanzen an. Heute ist Geistiges Heilen in Großbritannien eine anerkannte Heilweise.  Auf dem Kontinent gibt es noch nicht viele Länder, die geistige Heilweisen akzeptieren, aber in den letzten Jahren haben viele Kantone der Schweiz und die Niederlande energetische Heilweisen als ebenbürtig anerkannt.  In Amerika hat Therapeutic Touch, eine Heilmethode, die von einer Krankenschwester entwickelt wurde, einen Siegeszug in den Krankenhäusern angetreten und diese Form des  energetischen Heilens wird inzwischen als fester Bestandteil in den Ausbildungen der Ärzte und des medizinischen Personals gelehrt. Dort wird Therapeutic Touch sogar in Kliniken während der Operationen angewendet und die Erfolge, die damit erzielt werden, sprechen für sich.

Die Schwierigkeit, energetische Heilweisen mit den Standards der modernen Wissenschaft zu messen, machen die Verständigung zwischen Heilern und Medizinern immer noch schwierig. Allerdings läßt die zunehmende Anzahl von Studien mit positiven Ergebnissen zum Energetischen Heilen hoffen, dass der Brückenschlag gelingt und die energetischen Heilweisen auch bei uns anerkannt werden.