Spirituelles Leben im Alltag & wie du dein Bewusstsein erhöhen kannst – Interview mit Dr. Deepak Chopra



Spirituelles Leben im Alltag & wie du dein Bewusstsein erhöhen kannst – Interview mit Dr. Deepak Chopra

Deepak Chopra ist ein populärer zeitgenössischer Autor von Büchern über Spiritualität, alternative Medizin und Ayurveda. Er lebt seit langem in Kalifornien.
Chopra greift in seinen Büchern oft auf Begriffe aus der Quantenphysik zurück. Der ganzheitliche Mediziner Dr.Deepak Chopra verbindet die Weisheit des Ostens mit aktuellen Themen der Deutschen Heilerschule wie. z.B. Spirituelle Transformation, Selbstheilung und höheres Bewusstsein.  In diesem Interview wird auf die tägliche Routine von spiritueller Lebensweise im Alltag eingegangen.

Quantenheilung ist die Heilung des Körperbewusstseins aus einem Quantenniveau. Dies bedeutet, dass es sich nicht auf sensorischer Ebene manifestiert. Unsere Körper sind letztlich Felder der Information, Intelligenz und Energie. Dies ist also eine der mächtigsten Formen des Bewusstseins, des Geistes, des Körpers

Deepak Chopra

Interview mit Dr. Deepak Chopra: Spirituelles Bewusstsein, Transformation und Heilung im Alltag leben!

Dieses Interview stammt aus dem Englischen und wurde ins Deutsche übersetzt.

Interview-Partner:
Ich bin so begeistert und glücklich und dankbar, Dr. Deepak Chopra heute hier Interview-Gespräch zu haben. Ja und ich sage einfach mal: Hallo Deepak! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

Dr. Deepak Chopra:
Danke, Laura. Sehr schön, mit dir zu sprechen!

Interview-Partner:
Wie war dein Morgen? Wie sieht deine Morgenroutine aus? Im Leben von Deepak Chopra?

Dr. Deepak Chopra:
Also heute Morgen bin ich so gegen 5 Uhr aufgewacht und habe bis 7 Uhr meditiert. Und von 7 bis 9 habe ich dann Yoga gemacht. Und danach habe ich einfach nur entspannt und auf deinen Anruf gewartet. Den restlichen Tag habe ich heute frei und werde vielleicht mit einem Freund zu Mittag essen. Der restliche Tag ist dann heute ziemlich leicht für mich.

Interview-Partner:
Das klingt gut!

Dr. Deepak Chopra:
Und meine Morgenroutine ist jeden Tag so.

Interview-Partner:
Und wenn du meditierst, meditierst du für 2 Stunden. Das finde ich unglaublich! Wenn du meditierst, würdest du uns da mal kurz für einen Moment in deinen Kopf, in deinen Verstand, in dein Bewusstsein lassen? Was passiert, wenn du meditierst? Wie sieht deine Meditation aus?

Dr. Deepak Chopra:
Also das verändert sich. Aber zu Beginn praktiziere ich immer erst einmal viel Selbstreflexion. Was existenzielle Fragen beinhalten kann, wie: Wer bin ich? Was will ich? Was ist meine Bestimmung? Wofür bin ich dankbar? Was ist die Natur der Realität? Was bedeutet der Tod? Und so weiter. Ich tue, was sich reflektierende Selbsterforschung nennt, die immer mit den Fragen „Wer bin ich?“ oder „Was bin ich?“ und „Wer will die Antwort zu der Frage ‘was bin ich’ wissen?“ startet. Dann mache ich viel Vipassana, was heutzutage auch Achtsamkeit genannt wird.

Ich starte mit Atmen. Dann praktiziere ich die Wahrnehmung von 5 Sinneserfahrungen: Hören, Spüren, Sehen, Schmecken und Riechen. Und ich praktiziere zunächst die achtsame Wahrnehmung meines Körpers und dann von Empfindungen in meinem Körper. Und ich wende auch etwas an, was sich „Interozeption“ nennt.

Da geht darum, zu erfahren, was sich im Inneren meines Körpers und im Bewusstsein abspielt. Dann praktiziere ich Wahrnehmung von mentalem Raum, was Emotionen und Gedanken beinhaltet. Und dann praktiziere ich das Bewusstsein des Netzes an Beziehungen. Und dann komme ich zurück, mir bewusst zu sein, dass ich einfach nur bewusst bin. Dann wende ich noch eine Mantratechnik an, um jenseits von der Subjekt-Objekt-Trennung zu gelangen. Das mache ich am Morgen. Und am Abend, bevor ich schlafe mache ich etwas, was sich Yoga Nidra nennt. Es geht darum, Bewusstsein im tiefen Schlaf und Traumzustand zu kultivieren. Alles mit demselben Ziel, nämlich: „Was ist die Natur von der Realität?“

Interview-Partner:
Ok. Wow! Das ist unglaublich! Ich würde gerne zum Anfang deiner Meditation zurückkehren, wo du dir selbst Fragen zur Selbstreflexion stellst. Das sind natürlich ganz normale Fragen, die jeder sich selbst am Morgen stellt, wie „Wer bin ich?“.
Verändern sich diese Fragen? Oder verändern sich die Antworten? Gibt es jeden Morgen eine andere Antwort oder ist es mehr ein Gefühl, das zu dir kommt? Oder hast du eine Erwartung an eine Antwort?

Ätherisches Empfinden – der Unterschied zwischen Verstand und Erfahrung

Dr. Deepak Chopra:
Da sollte keine Erwartung an die Antwort sein, weil das eine Voreingenommenheit mit sich bringt. Die Antwort kommt immer in Form einer ätherischen Empfindung oder eines Bildes oder eines Gefühls oder eines Gedankens. Das kommt von ganz alleine. Und es wandelt sich. Obwohl ich an diesem Punkt in meinem Leben ganz sicher weiß, dass ich kein Körper oder Verstand bin oder eine Erfahrung. Es hilft mir einfach, in einem Bewusstsein anzukommen, das jenseits von jeglichen vergänglichen Identitäten ist. Jede Identität, die wir besitzen, ist nur vorübergehend, außer die eine Identität, in welcher all diese anderen Identitäten sich abspielen.

Interview-Partner:
Und würdest du sagen, dass man die Antwort mit Worten beschreiben könnte, die zu dir kommt, wenn du die Frage stellst: „Wer bin ich?“?

Dr. Deepak Chopra:
Es ist einfach nur ein Erleben vom grenzenlosen, zeitlosen, formlosen Sein, was sehr schwer zu beschreiben ist mit Worten. Es ist sehr schwer in Worte zu fassen. Aber wir müssen ja irgendwie kommunizieren können, also verwenden wir Worte. Ja.

Interview-Partner:
Rumi sagt: Gottes Sprache ist die Stille, alles andere ist nur armselige Übersetzung. Das ist wundervoll!

Dr. Deepak Chopra:
Das gefällt mir! Ich liebe Rumi! Das ist ein wunderschönes Zitat.

Interview-Partner:
Und würdest du sagen, wenn du in diesem Zustand bist oder wenn du die Antwort auf „Wer bin ich?“ bekommst, würdest du sagen, dass das für dich ein Erleben von Gott ist?

Gott (universelles Schöpfer-Bewusstsein) in seinem Konzept zu dem unendliches Sein

Dr. Deepak Chopra:
Ja, das ist es. Aber da ist das Problem mit dem Wort Gott, wie es so viele benutzen, weil wir dieses Wort für tausende von Jahren benutzt haben und weil dieses Wort in unterschiedlichen Kulturen und Religionen verschiedene Dinge bedeutet. Alles, was definiert werden kann und als Bild oder Gedanke erlebt werden kann, kann nicht Gott sein, weil es per Definition nicht unendlich ist. Verstehst du? Unendliches Sein, unendliches Bewusstsein, kann nicht Subjekt eines mentalen Konstruktes sein.

Egal, ob es ein Bild oder eine Idee oder ein Konzept ist. Weil alle Konzepte auf der Ebene des Begrenzten existieren. Und Gott ist unendliches Sein, zumindest das, was ich als meine Definition von Gott verstehe. Und selbst wenn ich Definition sage, wird mir klar, dass etwas zu definieren bedeutet, es zu begrenzen. Sobald du es definierst, limitierst du es. Aber ja, Gott ist unser höchster Instinkt, uns selbst als die Realität zu erkennen, die allem zugrunde liegt. Nicht als ein Mensch, sondern als Bewusstsein, in dem das menschliche Wesen das Entstehen und Vergehen im Wechselspiel des Bewusstseins selbst ist.

Weißt du, was wir die physische Welt nennen, was wir den physischen Körper nennen, was wir den Verstand nennen oder den Intellekt oder das Ego – sie sind alle Wechselspiele von Bewusstsein. Nichts sonst. Das sind menschliche Konstrukte. Auf einer tieferen Realität gibt es kein Universum, es gibt keinen Körper, es gibt keinen Verstand. Da ist nur Bewusstsein, dass sich selbst in Erlebnis verwandelt. Dieses Erleben ist nicht nur ein menschliches Erleben, weil das nur eine Ausprägung von Erfahrung darstellt. Jede lebende Spezies hat ihre eigene Art und Weise und ihren Modus, ein Erlebnis wahrzunehmen.

Wie fühlt sich die Welt für eine Fledermaus an? Wie fühlt es sich an, eine Fledermaus zu sein? Man kann diese Frage nicht beantworten. Wie fühlt es sich an, ein Wurm zu sein? Wie fühlt es sich an, ein Insekt mit vielen Augen zu sein? Oder eine Schlange? Oder ein Delfin?
Das sind alle fühlende Wesen mit einer bestimmten Art und Weise, ein Erleben wahrzunehmen. Selbst eine Amöbe hat ihre Art, ein Erlebnis wahrzunehmen. Was wir Realität nennen, ist ein menschlicher Modus von Erkennen und Erleben.

Aber wir verwenden Sprache, was Gabe und Fluch zugleich ist. Was wir dann tun, ist, diese verschiedenen Arten von Erleben und Erkennen zu beschreiben und ihnen Namen zu geben. Wir kreieren dann einen Begriff für eine objektive Realität, die aus Dingen besteht. Aus einem Körper oder sogar einem Verstand. Ein Verstand ist nichts anderes als ein Wechselspiel des Bewusstseins als Gedanke oder Gefühl oder Bild.

Der Körper ist ein Wechselspiel des Bewusstseins als Empfindung, Gefühl oder Wahrnehmung und genauso verhält es sich mit dem Universums. Und dem, was wir Körper-Verstand nennen. Und da gibt es all diese Worte, die wir für menschliche Konstrukte verwenden. Für einen arten-spezifischen Modus des Erkennens und Erlebens. Und wir nennen das einen „menschlichen Modus“.
Was ein Name ist, den wir uns selbst geben. Und wir geben auch allen anderen lebenden Arten Namen. Eine Giraffe weiß nicht, dass sie eine Giraffe ist oder dass sie von den Menschen „Giraffe“ genannt wird. 

Durch Meditation

Das sind menschliche Konstrukte. Aber wenn du wirklich tiefer gehst, dann ist das gesamte Universum, das wir als Menschen beschreiben, ein menschliches Konstrukt. Künstlich erschaffen als etwas, was wir Subjekt-Objekt-Trennung nennen. Da bin ich und dann ist da alles andere. Da gibt es mich und das Universum.
Aber was wir „Ich“ nennen, ist auch eine Aktivität innerhalb der Gesamtheit, die untrennbar ist. Es ist also sehr komplex, aber Meditation erlaubt dir, in ein Erlebnis zu gelangen, wo du sogar realisierst, dass selbst Geburt und Tod menschliche Konstrukte sind.

Und zwar basierend auf der Idee, dass du ein Körper-Verstand bist, kreierst du die Idee, dass es Geburt und Tod gibt. Aber es ist Bewusstsein, in dem all das sich abspielt, was du „Ich“ nennst.

Unser Bewusstsein ist das komplexe Konstrukt was wir “ICH” nenne und was Ideen kreiert wie z.B.:

  • Ich habe gestern chinesisch gegessen.
  • Ich bei München.
  • Ich mache dieses Interview.
  • Ich war mal ein Baby.
  • Ich war einst ein Teenager.
  • Ich bin verliebt.
  • Ich bin wütend auf Trump. 

Was auch immer das Erlebnis ist, die einzige Konstante ist „Ich“. „Ich“, oder das, was wir „Ich“ nennen. Andere Tiere verwenden wahrscheinlich nicht dieses Wort. Aber was wir „Ich“ nennen, ist ein zeitloses Bewusstsein, in welchem diese Erlebnisse entstehen und wieder vergehen, denen wir Namen und Konzepte geben. Also „Ich“ oder Bewusstsein ist das einzig Unveränderliche, die einzige Konstante in jedem Erleben, das sich ja andauernd verändert.

Das Erleben könnte mental sein oder physisch oder wahrnehmend. Aber kein Erleben hält an. Ich würde gerne einen deutschen Philosophen namens Wittgenstein zitieren, den du bestimmt kennst. Er sagt: „Wir schlafen und unser Leben ist ein Traum. Aber ab und zu wachen wir gerade genug auf, um zu erkennen, dass wir träumen“.

Und was meinte Wittgenstein, wenn er sagte, dass wir gerade genug aufwachen, um zu wissen, dass wir träumen? Zu was wachen wir auf? Wir erwachen in das Bewusstsein, das wir alltägliche Realitäten und luzides Träumen nennen. Wenn ich dich fragen würde, was in deiner Kindheit passiert ist, würdest du sagen: sie ist schon vergangen.
Wenn ich dich fragen würde, was dir gestern passiert ist: es ist vorüber. Wenn ich dich fragen würde, was dir heute morgen passiert ist: es ist vorbei. Wenn ich dich fragen würde, was vor einer Sekunde passiert ist: vorbei. Also ist das ganze Ding, das wir alltägliche Realität nennen, in Wirklichkeit ein Wach-Traum innerhalb eines lebendigen Jetzt. Und Jetzt ist kein Moment im Zeitgeschehen.

Das Jetzt ist die Präsenz des Bewusstseins, in der sich dieser Traum entfaltet, den wir alltägliche Realität nennen. Die Vergangenheit ist also ein Traum, die Zukunft ist ein Traum und das Jetzt ist nicht greifbar. Denn sobald du danach greifst, ist es schon wieder vorbei, verstehst du? Jedes Erlebnis ist in dem Moment vorüber, in dem es entstanden ist. Das betrifft auch das Erleben deines Körpers. Es gibt keine Kontinuität für deinen Körper. Es gibt keine Kontinuität für deinen Verstand.
Es gibt keine Kontinuität für jegliches von dir wahrgenommenes Erleben. Die einzige Kontinuität ist das Bewusstsein, in dem all diese Erlebnisse entstehen und vergehen. Das Bewusstsein selbst hat keine Form, Farbe oder Gestalt, Alter, Rasse, ethnischen Hintergrund oder Nationalität. All das sind menschliche Konstrukte. Um also von all dieses menschlichen Konstrukten frei zu werden, geht es darum, diesen Traum bewusst mitzugestalten, den du alltägliche Realität nennst.

Interview-Partner:
Wie können wir das eigentlich auf unser alltägliches Leben anwenden? Wie können wir all die Dinge, die du gerade gesagt hast, wie können wir all das an unser Leben anpassen? An den Alltag?

Dr. Deepak Chopra:
Das Leben ist ein Traum und wenn das Leben ein Traum ist, kannst du die Qualität des Traumes aufwerten.

Interview-Partner:
Ah! Das ist gut!