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Philon von Alexandria

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4:04 pm
März 2, 2010


diequelle

Moderator

Beiträge 11

Hallo allerseits,

in den letzten Monaten habe ich weiter über den verborgenen Schriftsinn der Bibel recherchiert und bin dabei noch über einen ganz wichtigen Autoren gestoßen: Philon von Alexandria. Zum Teil wird er auch ohne „n" geschrieben, als nur „Philo". In manchen Quellen wird er auch als „Philo Judaeus" bezeichnet.


Wenn man allgemeine Information über Philon sucht, dann findet man ohne größeren Aufwand tatsächlich relativ viel, z.B.:

http://de.wikipedia.org/wiki/P…..Alexandria
http://www.bautz.de/bbkl/p/phi….._v_a.shtml
http://www.textlog.de/6340.html

Wann man jedoch direkt nach seinen Schriften sucht, dann findet man im Internet und in der Literatur kaum etwas – zumindest nicht in deutscher Sprache (in englischer Sprache habe ich etwas gefunden: http://www.earlychristianwriti…..com/yonge/ ). Es gibt zwar eine deutsche Übersetzung seiner Werke von Leopold Cohn, aber das mehrbändige Werk wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr verlegt. Über das „Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher" (http://www.zvab.com) ist es mir gelungen, die ersten beiden Bände bei einem Jerusalemer Antiquariat zu erwerben und von anderen Antiquariaten auch noch drei weitere Bücher über Philon, die ebenfalls nicht mehr über den normalen Buchhandel erhältlich sind.

Die Lebensdaten von Philon sind nicht so ganz genau bekannt und man findet in der Literatur ganz unterschiedliche Schätzwerte. Er ist wohl irgendwann zwischen 25-10 vor Christus geboren und ist irgendwann zwischen 40-60 nach Christus gestorben. Es ist jedoch bekannt, dass er im Jahr 39/40 gelebt hat und dass er zu diesem Zeitpunkt schon ein älterer Mann war. Er hat also ganz genau in der Zeit gelebt, als das Christentum entstanden ist. Und er hat darüber hinaus auch in einer Region gelebt, die im frühen Christentum eine ganz zentrale Rolle spielte. Angeblich soll der Evangelist Markus der erste Bischof von Alexandria gewesen sein. Philon war Jude und sprach griechisch. Er kannte das Christentum noch nicht – zumindest erwähnt er es nicht in seinen Schriften. Wenn seine Schriften dennoch unter „early christian writings" geführt werden, dann deshalb, weil er mit seinen allegorischen Interpretationen des Alten Testaments ganz wichtige Grundlagen für das spätere Christentum gelegt hat.

ZITAT von Wikipedia:

Clemens von Alexandria nimmt in den Stromateis sehr ausführlich auf ihn Bezug. Eusebius erörtert die Frage nach den Therapeuten in Philons Vita Contemplativa und zitiert aus verlorenen Schriften Philons in der Praeparatio Evangelica. Auch Origenes, Gregor von Nyssa, Ambrosius, Hieronymus und Augustinus hatten ihm vieles zu verdanken, besonders die allegorische Bibelauslegung. Philons Logosbegriff konnte für die Christologie ausgewertet werden, seine triadische Struktur der Kräfte Gottes für die Trinitätslehre. Durch seine Beliebtheit bei den frühen christlichen Literaten wurde Philo quasi zum Kirchenvater honoris causa (D. T. Runia). Von manchen griechischen Katenenhandschriften wurde Philon tatsächlich als Bischof angesehen.

Sein Denken war einerseits durch die jüdische Tradition geprägt (Thora bzw. Septuaginta), andererseits aber auch von der griechischen Philosophie (z.B. Platonismus, Stoa, Aristoteles, …). Und so verknüpfte er das eine mit dem anderen. Auf beiden Seiten gab Gruppen, die eine allegorische Sicht auf die Mythen bzw. heiligen Schriften hatten. Auf der einen Seite waren das die Stoiker im griechischen Kulturaum und auf der anderen Seiten beschreibt Philon die jüdischen Therapeutae, die ebenfalls allegorisch an die biblischen Texte herangingen.

Siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Therapeutae

For they read the holy scriptures and draw out in thought and allegory their ancestral philosophy, since they regard the literal meanings as symbols of an inner and hidden nature revealing itself in covert ideas."
—Philo, para. 28

Wenn man die starke Wirkung von Philon auf das frühe Christentum betrachtet, dann ist es umso erstaunlicher, dass Philon im heutigen Christentum kaum noch erwähnt wird. Bei theologischen Laien ist er so gut wie unbekannt. Und auch in der esoterischen Literatur wird er so gut wie nicht erwähnt, obwohl er uns eigentlich sehr viel über den verborgenen bzw. esoterischen Schriftsinn der Bibel erzählen könnte. Philon redet übrigens in dieser Hinsicht absoluten Klartext. Daraus könnte man indirekt schlussfolgern, dass er kein „Eingeweihter" gewesen sein kann – denn die Einweihung in eine esoterische Lehre war damals üblicherweise an ein striktes Schweigegebot gebunden. Trotzdem hatte er ganz offensichtlich Einblick in die esoterische Denkweise. Es kann aber durchaus sein, dass damals in der gebildeten Oberschicht manches bekannt war, was dem normalen Volk verborgen blieb und was wir heute als „esoterisches Wissen" einstufen würden. Philon stammte aus einer der vornehmsten Familien des Landes. Sein Bruder Tiberius Iulius Alexander hatte gute Beziehungen zu Agrippa I., war Alabarch (zuständig für das Eintreiben von Steuern) und soll aus seinem Vermögen die goldenen und silbernen Türbeschläge des Jerusalemer Tempels bezahlt haben.

Obwohl die allegorischen Deutungen von Philon in sehr klaren Worten beschrieben werden, so ist das Lesen seiner Texte trotzdem eine echte Herausforderung, weil die Texte zum Teil sehr langatmig und ermüdend sind. Aber zwischen den langatmigen Passagen ist dann doch immer wieder so viel esoterische Essenz, dass sich das Weiterlesen auf jeden Fall lohnt. Das Buch enthält tatsächlich sehr viel mehr esoterische Essenz als jedes andere Buch, das ich jemals gelesen habe. Die größte Schwäche ist jedoch, dass diese Essenz nicht systematisch aufgebaut wird. Und deshalb sollte man schon vorher einen gewissen Überblick über die allegorische Methode und über die esoterisch-philosophischen Grundlagen haben, bevor man mit diesem Buch anfängt.

Das Buch von Philon empfinde ich (auch wenn ich nicht in jedem Punkt seiner Meinung bin) als eine Ergänzung und als eine Bestätigung für meine bisherigen Recherchen über den verborgen Schriftsinn der Bibel. Es beweist zweifelsfrei, dass es im hellenistischen geprägten Judentum diese allegorische Sichtweise auf das Alte Testament gab – und zwar unmittelbar BEVOR die Evangelien entstanden sind.

Wenn man nachweisen kann,

1.) dass die Evangelien einen allegorischen Schriftsinn enthalten und
2.) dass spätere Autoren auf den allegorischen Schriftsinn der Bibel hingewiesen haben (z.B. Origenes in seinem Buch „Über die Prinzipien"),.

dann stellt sich natürlich die Frage: Wie ist denn dieser allegorische Sinn überhaupt in die Evangelien reingekommen? Bzw. Warum kamen die Menschen damals auf diese (seltsame) Idee, eine solche Geschichte zu schreiben, die einen allegorischen Schriftsinn enthält?

Die Schriften von Philon sind der eindeutige Beweis, dass es unmittelbar vor dem Entstehen der Evangelien einen Menschen gab, der auf den allegorischen Schriftsinn des Alten Testaments hinweisen wollte. Und kurze Zeit später entstanden die Evangelien,

– die selbst einen allegorischen Schriftsinn enthalten
– die permanent auf das Alte Testament Bezug nehmen („damit die Schrift erfüllt werde")
– die von den frühen Theologen und Kirchenvätern mit den Ideen von Philon in Verbindung gebracht werden.

Es liegt also der Verdacht nahe, dass jemand die Ideen von Philon aufgegriffen hat (bzw. dass er die gleichen Ideen wie Philon aufgegriffen hat) und dass er die Motive des Alten Testaments auf eine allegorische Weise zu einer neuen Geschichte verwoben hat – wobei es natürlich möglich ist, dass auch einige historische Motive aufgegriffen wurden. Ich möchte nicht grundsätzlich leugnen, dass es auch diese historischen Motive gab – aber es gibt in den Evangelien auf jeden Fall sehr viel mehr Motive aus dem Alten Testament. Das, was wir in den Evangelien vorfinden, ist sehr viel stärker von dieser allegorischen Sichtweise auf das Alte Testament geprägt als von den damaligen, historischen Ereignissen in Israel.

Dieser Ansatz würde übrigens auch erklären, warum die Evangelien so römer-freundlich verfasst wurden. Philon hätte sich in seiner Position ganz sicher nicht mit den Römern anlegen wollen.

Ohne Philon könnte man rein theoretisch annehmen, dass die allegorische Sichtweise erst später in die Evangelien hineingedeutet wurde (und dass die Evangelien später entsprechend angepasst wurden, damit sie zu der allegorischen Sichtweise passen). Aus dieser Perspektive wäre die allegorische Sichtweise eine Verfälschung der historischen Ereignisse.

Mit Philon haben wir aber den Beweis, dass es diese allegorische Denkweise schon gab, bevor die Evangelien verfasst wurden. Wenn wir das akzeptieren, was eigentlich offensichtlich ist – nämlich, dass die Evangelien einen allegorischen Schriftsinn transportieren -, dann kehrt sich diese Perspektive um. Dann steht nämlich die allegorische Sichtweise am Anfang der Evangelien.

Herzliche Grüße

diequelle



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